Schiebeschlage in Waldkirch ein alter Brauch
Hermann Rambach erwähnt in einem Protokollbucheintrag der Narrenzunft Krakeelia von 1939 ein Verhörprotokoll von 1687. Darin wird berichtet, dass man an der "Jungfrauenfaßnacht" die Scheiben in Waldkirch geschlagen habe. Diese "Jungfrauenfaßnacht" wurde laut Rambach wohl an Laetare, also dem vierten Fastensonntag begangen.
Laetare kommt aus dem lateinischen und bedeutet so viel wie "freue dich". Die Mitte der Fastenzeit „Mittfasten“ ist überschritten und das Osterfest rückt näher, deshalb wird dieser Tag auch Freudensonntag genannt.
Bis heute werden im Elztal an diesem Tag die Scheiben geschlagen, was sich als eine Besonderheit darstellt, denn in den anderen Regionen findet dieser Brauch traditionell am Sonntag nach der Fastnacht statt, an der sogenannten "alten Fasnet" oder "Burefasnet".
Die beiden historischen Aufnahmen von 1936 zeigen die Schiebenschläger beim Üben an der "Schiebebank" und beim Errichten des Schiebefeuers am tradtionellen Schiebeplatz am Hang unterhalb des Heldenkreuzes.
Hier können heute keine Scheiben mehr geschlagen werden und der Brauch wird in Waldkirch leider nicht mehr regelmäßig ausgeübt.
Die männliche Siensbacher Landjugend hält diese Tradition aber weiterhin hoch und so kann man am Sonntag Laetare, weiterhin beim Campingplatz „Elztalblick“, das Feuerspektakel genießen.



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